im Gutenberg-Museum Mainz
Druckerzeichen, die Vorgänger der heutigen Verlagslogos, zierten die erste oder die letzte Seite einer Publikation. Diese kleinen Wort-Bild-Zeichen, die seit dem frühen Buchdruck existieren, sind mit Bedeutung aufgeladen und spiegeln das Selbstverständnis von Drucker:innen und Verleger:innen ihrer jeweiligen Zeit wieder. Sie geben Auskunft darüber, welche Werte und welchen Qualitätsanspruch die gedruckten Werke und ihre Verantwortlichen vertraten. Während Johannes Gutenberg, der Erfinder des Buchdrucks, noch keinen Bedarf in der Verwendung eines Druckerzeichens sah, führten bereits seine Nachfolger Peter Schöffer und Johann Fust im Jahr 1460 ein Druckerzeichen ein. Seitdem diente dieses Medium der klaren Zuordnung des Drucks an die verantwortlichen Personen und hatte somit einen gewissen Wiedererkennungswert – ähnlich einem heutigen Logo.
Das Gutenberg-Museum besitzt eine bisher weitestgehend unbekannte Sammlung an Druckerzeichen. Der größte Teil dieses Bestands stammt aus dem Besitz des Frankfurt Drucker, Druckforscher und Sammler Gustav Mori und wurde nach dessen Tod im Jahr 1950 durch das Gutenberg-Museum erworben.
Für die Sonderausstellung Ich drucke! Signet, Marke und Druckerzeichen seit dem Zeitalter Gutenbergs (28. November 2025 – 22. Februar 2026) wurde der Bestand des Gutenberg-Museums in Kooperation mit der Johannes Gutenberg-Universität Mainz digitalisiert. Die circa 1500 Druckzeichen der losen Blattsammlung wurden im Servicezentrum Digitalisierung und Fotodokumentation der JGU gescannt. An der Erschließung der Druckerzeichen und der Aufbereitung der Daten war ein großer Kreis aus Wissenschaftler:innen beteiligt.
Die Datenbank ICH DRUCKE ist eine neue Präsentationsfläche des Gutenberg-Museums, die den digitalisierten Bestand der Öffentlichkeit zugänglich macht. Zugleich steht sie stellvertretend für eine umfangreiche digitale Sammlungspräsentation, an der das Museum aktuell arbeitet.